Konzertorganist Rudolf Peter

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5. Landauer Orgeltage an der Marienkirche
3 Konzerte mit Rudolf Peter
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Der Sinn jeder echten Musik
besteht darin,
die Musik,
die in uns schwingt,
die das Leben aber
mit seinen Problemen und mit seiner Härte
verstummen läßt,
wieder zum Klingen zu bringen.

Helder Camara


Aktuell:Die Kritik vom letzten Orgelkonzert in der Landauer Marienkirche:

Eine ganze Welt von Orgelklängen
Rudolf Peter spielt in der Landauer Marienkirche
Von Karl-Georg Berg
Die wieder in ihrem alten Glanz erklingende Steinmeyer-Orgel in der Landauer Marienkirche, ein ideales Instrument für romantische und spätromantische Orgelmusik, bedarf eines hoch virtuosen Spielers. Sie hat ihn in Konzertorganist Rudolf Peter in hohem Maße. Doch das mutmaßlich nur noch zwei Mal, denn der exzellente Musiker wurde bei der Wahl eines Dekanatskantors fataler- und unverständlicherweise nicht berücksichtigt.
Gerade das erste seiner drei quasi Abschiedskonzerte im Rahmen der fünften Landauer Orgeltage bewies in der gut besuchten Marienkirche die großartige Kompetenz Rudolf Peters sowohl in spieltechnischer als auch in interpretatorischer Hinsicht. Es ist vor diesem Hintergrund erst recht völlig unbegreiflich, dass dieses eminente künstlerische Potenzial die Entscheider in Speyer so dermaßen unbeeindruckt ließ. Ein Instrument dieser Güte braucht einen Organisten, der ihm gerecht wird und seine Möglichkeiten auszunutzen weiß. Wenn der sich, wie Rudolf Peter, bei der Renovierung der Orgel und Wiederherstellung des originalen Klangs in hohem Maße engagiert und mitwirkt, ist das noch mehr von Vorteil. Das Konzert am Sonntag zeigte in überaus eindrucksvoller Weise seine intime Kenntnis der Orgel und ihrer Klangwelten – und das nicht nur bei den beiden großen romantischen Sonaten von August Gottfried Ritter und Alexandre Guilmant, die das Programm einrahmten. Die drei kleinen Stücke des Barockmeisters Domenico Zipoli spielte Peter in berückend leuchtenden und passenden Farben, dazu wundervoll perlend in der Diktion. Der Organist demonstrierte dabei nachhaltig, dass auch ein barocker Ton auf diesem Instrument hervorzurufen ist. Die beiden späten Choralvorspiele von Brahms aus op. 122, „Schmücke Dich, du liebe Seele“ und „Es ist ein Ros entsprungen“, musizierte Rudolf Peter mit zarter Innigkeit und ungemein gesanglich. Die weichen und cantablen Register kamen hier aufs Schönste zur Wirkung. Eröffnet wurde das Konzert mit der Franz Liszt gewidmeten großen a-Moll Sonate von August Gottfried Ritter, die in einem Satz alle Charaktere eines Sonatenzyklus einschließt. Rudolf Peter spielte sie mit großer formaler Übersicht, nie nachlassender Spannung vom ersten bis zum letzten Takt und einer in allen Teilen einprägsamen und schlüssigen Klanggestaltung. Von der mitreißenden Brillanz seines Spiels gar nicht zu reden. Die gleichsam orchestralen und sinfonischen Züge des Werks entfaltete der Organist optimal, indem er Streicher- und Bläserstimmen ideal ins Verhältnis zueinander setzte und die ganze dynamischen und klangfarbliche Bandbreite der Orgel ausreizte. Gleiches gilt für Rudolf Peters nicht weniger als kongeniale Wiedergabe der sechssätzigen siebenten Sonate in F-Dur des französischen Spätromantikers Alexandre Guilmant. Die Nähe der Steinmeyer-Orgel in der Marienkirche zum damals in Frankreich prägenden Typus der Cavaillé-Coll-Orgel trug dank des idiomatischen Spiels von Peter reife Früchte. Besonders gelungen waren hier der Einsatz des Schwellwerks und die Raumklangwirkungen beim Einsatz der aus weiter Ferne tönenden und hinten in der Orgel eingebauten Register. Eine ganze Welt an Orgelklängen, die von dem vollen Einsatz der Stimmen in den Ecksätzen und dem sinnfälliger Weise „Grand Choeur“ überschriebenen vierten Satz über das anmutige, scherzoartigen Intermezzo bis zu den lyrischen und gesanglichen Teilen reichte, tat sich vor einer tief beeindruckten Hörerschaft auf. Diese spendete wahrhaft begeisterten Beifall.

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